DE
DE
EN

SI Trend Check: Marketing Experte Oliver Pichler stellt Trends vor, die für die Seilbahn & Tourismusbranche interessant sind.

Per Du mit Gästen?

Du oder Sie in der Gästeansprache? Was wollen die Gäste?

 

Der Frage ist die deutsche „Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen“ FUR, im Rahmen ihrer Reiseanalyse, nachgegangen. Befragte sollten sich dazu äußern, ob sie von touristischen Anbietern lieber mit dem persönlichen Du oder dem förmlicheren Sie angesprochen werden wollen.

 

Das Ergebnis ist eindeutig: nur zehn Prozent der Befragten 14- bis 70-Jährigen bevorzugen grundsätzlich das Du. Die Unterschiede bei den Altersgruppen sind gering (Unter 30-Jährige: 13 Prozent bevorzugen das Du. 30 bis 49-Jährige: elf Prozent. Über 50-Jährige: sieben Prozent).

 

Was die Du- oder Sie-Gästeansprache in der Seilbahnwirtschaft betrifft, ist das Ergebnis etwas zu relativieren, weil am Berg meist das joviale Du die Regel ist. Als Teil der Unternehmenskultur mit allen Gästen per Du zu sein, ist dennoch sehr zu hinterfragen.

Quelle: TN-Deutschland/FUR Reiseanalyse, 28.5.2019

„Grün“ im Urlaub

„Der Urlaub muss möglichst umweltfreundlich sein“, darauf legt ein Drittel alle Deutschen wert. Und beachtliche 92 Prozent sind etwa bereit, ihren Gebrauch von Plastikflaschen im Urlaub zu reduzieren.

 

Zwei Indizien, die für eine immer „grüner“ werdende Gästeerwartung sprechen, liefert der aktuelle Holiday Report 2019 des Reisekonzerns Thomas Cook. Nachhaltigkeitsdenken wirkt sich auch auf die Ernährungs-Erwartung aus: 21 Prozent der Gäste bevorzugen im Urlaub vor allem Vegetarische Gerichte, fünf Prozent Veganes.

 

Zu beiden Themen gilt es, auch als Bergbahnen-Destination, Antworten zu geben, zumindest durch Infos zum Öko-Engagement. 

Quelle: Thomas Cook Holiday Report 2019, 4.6.2019

Foto: Sportberg Goldeck

Essen am Berg:

Snackification im Trend

„Die Zukunft des Essens gehört Mini-Mahlzeiten. Snacks lösen traditionelle Mahlzeiten ab. Snackification ist die Zukunft“, prophezeit Hanni Rützler, Trendforscherin und Ernährungswissenschaftlerin des Zukunftsinstituts.

 

Ihr aktueller Food Report 2020 widmet sich zentralen Entwicklungen im Bereich Essen, Ernährung u.v.m.

 

Flexibler und spontaner

 

„Snackification steht für die Esskultur einer immer flexibleren, spontaneren und individuelleren Gesellschaft“, betont Rützler. Der Tagesablauf prägt die Essgewohnheiten und -strukturen.

 

Gewohnte und gelernte Essenszeiten treten in den Hintergrund. „Gegessen wird spontan, überall und oft auch im Gehen oder Stehen“, weiß die Expertin. Gastronomie- Konzepte, die gesunde und hochwertige Snacks bieten, treten in Konkurrenz zu klassischen Gastronomiebetrieben.

Der Mensch ist, was er NICHT isst

Lange galt, der Mensch ist, was er isst. „Heute ist der Mensch immer mehr auch das, was er bewusst NICHT isst”, lässt die Trendforscherin wissen. Mehr Wahlfreiheit denn je verändert und differenziert die gesamte Ess- und Ernährungskultur.

 

Über sein Essen definiert man sich und Essen wird immer mehr zum Kommunikationsmittel. „Eat Artists und Food Designer zeigen spielerisch auf, wie die Zukunft der Ernährung aussehen könnte“, erklärt Rützler. Allen Food- Trends gemeinsam ist: Gemüse spielt eine Hauptrolle auf dem Teller. Gesundheit tritt in den Vordergrund. Convenience und Fast Food müssen auch gesund sein.

Beyond Plastic - wichtiger denn je

Plastik wird immer mehr zum No-Go. Die Zukunft der Lebensmittelverpackung – besonders wichtig, wenn es um Snacks zwischendurch geht – kommt ohne Plastik aus. „Nachhaltige Verpackungen und verpackungsfreie Lösungen sind gefragt.

 

Die Kreativität kennt dabei keine Grenzen“, rät Hanni Rützler, sich von Plastik zu verabschieden.

Snackification am Berg - wie?

Am Berg, ob im Sommer oder Winter, ist es entscheidend, gezielt auf die zentralen Gästewünsche – gesund, Gemüse, zwischendurch, im Stehen, am Lift bzw. in der Kabine usw. – einzugehen und, wo möglich, auch klare Einschränkungen zu definieren.

 

Mit neuen, kleinen und flexiblen Gastro-Hotspots, etwa im Bereich von Mittel- und Bergstationen, bietet sich die Möglichkeit, zu beobachten, wie sich die Gäste verhalten. Snackification ist am Berg als zusätzliche Entwicklung zu sehen.

 

Ob und in welchem Umfang die klassische Hütteneinkehr, das Sitzen auf gemütlichen Sonnenterrassen oder die klassische Après-Ski-Action nach einem Skitag an Volumen verlieren werden, kann niemand abschätzen. Unklug wäre es jedenfalls, die Snackification völlig zu ignorieren.

Quelle: Food Report 2020, Hanni Rützler, Zukunftsinstitut, 4.6.2019