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Der Schrägaufzug verläuft entlang der Fassade des eindrucksvollen Terassenbaus und erschließt sieben Ebenen. Foto: Matthias Hangst/Gettyimages

Inauen-Schätti

Denkmalschutz trifft Aufzugsnutz

Der Junghans Terrassenbau ist ein Kulturdenkmal im Schwarzwald – und seit Kurzem ein Uhrenmuseum. Erschlossen werden die Ebenen der renovierten alten Uhrenfabrik durch einen Schrägaufzug von INAUEN-SCHÄTTI – trotz einiger baulicher Herausforderungen.

 

Die Geschichte der Stadt Schramberg im Schwarzwald ist untrennbar mit dem Namen des Uhrenherstelles Junghans verbunden. Sein markantes Produktionsgebäude, der Terrassenbau, wurde nun für ein neues Uhrenmuseum unter Denkmalschutzgesichtspunkten zwei Jahre lang mit hohem finanziellen Aufwand restauriert.

 

Neu erschlossen wurden die Ebenen der alten Uhrenfabrik durch einen modernen Schrägaufzug von INAUEN-SCHÄTTI – trotz Herausforderungen durch den Denkmalschutz und durch das problematische Erdreich.

In der Ausschreibung des Schrägaufzugs setzte sich dabei der Schweizer Seilbahnhersteller INAUENSCHÄTTI gegen mehrere Mitbewerber durch, wie Bihlmaier berichtet: „Das Angebot aus Tschachen hat den Bauherrn am meisten überzeugt.

 

Beim Preis-Leistungs- Verhältnis war INAUEN-SCHÄTTI einfach unschlagbar“, erzählt der Architekt. Und so konnte im Dezember 2016 der Bauvertrag abgeschlossen werden.

 

„Klassische Aufstiegshilfen, wie vertikale Lifte, Rolltreppen oder Förderbänder waren weder inner- noch außerhalb des Gebäudes eine Option. Für derartige Lösungen fehlte der Platz und die technische Umsetzbarkeit. Außerdem stellte sich der Denkmalschutz gegen allzu große Umbaumaßnahmen“, erklärt Jürgen Bihlmaier, Architekt und Bauleiter des Projekts Junghans. Rolltreppen und Förderbänder seien zudem nicht behindertengerecht, obwohl der Zugang zu dem öffentlichen Museum barrierefrei sein sollte. „Die einzige Alternative lautete daher ‚Schrägaufzug‘, so Bihlmaier.

Zustiege statt Fenster

„Anschließend konzipierten wir eine Anlage, die in vielen Punkten von der Standardlösung abweicht“, sagt Pascal Voegtlin, Projektleiter und Verkäufer bei INAUEN-SCHÄTTI. Beispielsweise in der Streckenführung, denn dort musste das Team auf Stützen zurückgreifen. „Im oberen Abschnitt montierten wir die Schienen auf vier Stützen, um das problematische Erdreich auszugleichen“, berichtet Voegtlin.

 

Zudem positionierten die Mitarbeiter den Technikraum am Fuß der Anlage, anstatt – wie üblich – oben unter der Schienenkonstruktion, um den Denkmalschutz zufriedenzustellen. „Die Verlängerung der Schienenkonstruktion machte dementsprechend viele Umleitungen nötig“, fügt der Projektleiter hinzu. Insgesamt erschließt der 40 Meter lange Schrägaufzug sieben der neun Etagen, lediglich die Ebenen 4 und 6 konnten aus bautechnischen Gründen nicht eingebunden werden.

 

„Um den Eingriff in die Bausubstanz so gering wie möglich zu halten, positionierten wir die Zustiege an den Stellen der bisherigen Fenster“, sagt Voegtlin. Und Bihlmaier ergänzt zufrieden: „90 Prozent der alten Fassadenöffnungen konnten durch Türen ersetzt werden“.

Der Zugang im Foyer. Foto: INAUEN-SCHÄTTI

Da die Türausschnitte an der Fassade möglichst schmal ausgeführt werden mussten, konzipierte INAUEN-SCHÄTTI eine Sonderausführung der Stationstüren mit zweiflügliger Teleskopöffnung. „Trotzdem sind die Türen breit genug für einen Rollstuhl“, betont Voegtlin. Insgesamt können bis zu 16 Personen bzw. 1.200 Kilogramm Nutzlast mit der XLKabine des Schrägaufzuges transportiert werden.

 

Die Anlage überwindet mit einer Fahrgeschwindigkeit von 1,4 Metern in der Sekunde eine Neigung von 32,69 Grad und einen Höhenunterschied von 21,6 Metern. Gesteuert wird die Anlage wie ein gewöhnlicher Vertikal-Lift, die Museumsgäste können den Schrägaufzug „frei und easy nutzen“, wie es Bihlmaier formuliert. Somit hat die Firma INAUEN-SCHÄTTI einmal mehr bewiesen, dass sie selbst in historischer Bausubstanz moderne Transportlösungen realisieren kann – Denkmalschutz trifft Aufzugsnutz‘. ts

Pascal Voegtlin

Projektleiter bei INAUEN-SCHÄTTI

„Der Denkmalschutz und das Erdreich waren die größten Herausforderungen. So konstruierten wir spezielle Teleskoptüren und positionierten die Zustiege an den Stellen der bisherigen Fenster, um den Eingriff in die Bausubstanz so gering wie möglich zu halten. Zudem ruht die Strecke aufgrund des speziellen Erdreichs im oberen Bereich auf Stützen, während der Technikraum ungewöhnlicher Weise am Fuß der Anlage platziert ist.“

Türen statt Fenster. Foto: Matthias Hangst/Gettyimages

Jürgen Bihlmaier

Bauleiter, Architekturbüro Rapp & Bihlmaier

„Der Junghans Terassenbau ist ein Kulturdenkmal erster Ordnung und sehr speziell aufgebaut. Deswegen waren interne Aufstiegshilfen weder technisch noch rechtlich möglich. Nur ein externer Schrägaufzug konnte den barrierefreien Transport zu allen Ebenen sicherstellen. INAUEN-SCHÄTTI hat dazu das überzeugenste Angebot vorgelegt und sich dank des besten Preis-Leistungs- Verhältnis gegen die Mitbewerber durchgesetzt.“

Technische Daten

Junghans Terrassenbau Museum