DE
DE
EN

Foto: Adobe Stock

Die grüne Sogwirkung: Gefährliches Greenwashing

Im Hype rund um Nachhaltigkeit & Co gilt es seriös, strategisch-klug und fundiert zu agieren, sowie den Verlockungen des plakativen Greenwashings zu widerstehen. Von Oliver Pichler

Alles Grüne scheint inflationär. Wer sich nicht mit schicken Schlagworten von nachhaltig bis öko-orientiert, von ressourcenschonend bis recyclingfähig und regional schmückt, scheint nicht am Puls der Zeit zu sein.

 

Doch oft sind „Grüne Mascherln“ nahe dran am unseriösen Greenwashing, dem Schönreden, gar nicht so grünen Tuns. Ebenso oft werden Selbstverständlichkeiten als Großtaten dargestellt.

 

Auch gibt es zuhauf irrationales Denken und Agieren der Konsumenten. Aktuelle Beispiele: Im Sinn des Klimaschutzes deutlich teurere Flugtickets befürworten stolze 71 Prozent der Deutschen. Eine CO2- Steuer auf fossile Brennstoffe inklusive Benzin und Diesel wünschen sich hingegen nur 38 Prozent.

Fliegen wird demnach als „böse“ und Autofahren „halb so schlimm“ wahrgenommen. Oder, aktuell legen 60 Prozent aller Deutschen Wert auf Ökologie- und Nachhaltigkeitsaspekte beim Online-Shopping, basierend auf den Angaben der Anbieter.

 

Dass die meisten dieser Angaben nicht überprüfbar sind, stört die Käufer nicht. Sie wollen es nur schwarz auf weiß lesen.

 

Das führt zur Schlussfolgerung: Wer sich und sein Tun nicht mit plakativen grünen Argumenten versieht, läuft schnell Gefahr, als nicht mehr zeitgemäß und verantwortungslos wahrgenommen zu werden.

 

Das gilt auch für den Tourismus und die Seilbahnwirtschaft. Alleine realistisch und korrekt sollten diese Darstellungen in jedem Fall bleiben.

Grün mit Augenmaß

Bei viel grünem Bluff und weit verbreiteten Öko-Schönrederei, die frustrierend oft bei potenziellen Gästen positive Wirkung zeigen, ist die Verlockung groß, als Seilbahnunternehmen in den Chor dieser Greenwasher einzusetzen.

 

Ratsam ist dieses mehr oder weniger ausgeprägte Täuschen der potenziellen Gäste nicht.

 

Langfristig sinnvoller und erfolgversprechender ist es:

 

Insgesamt ist es sinnvoll und richtig, sich als Seilbahnunternehmen für die Zukunft „grün“ auszurichten, allerdings ohne so zu tun, als wäre man „Erfinder“ allen grünen Tuns. Sonst ist die Gefahr groß, „Öko-Radikalen“ ins Messer zu laufen.

 

Gegen deren Killer-Argument, dass es für die Natur ökologisch schonender wäre, wenn es gar keinen Seilbahnbetrieb geben würde, kann man als Bergbahn trotz herausragendem, ökologischem Agieren nicht punkten.

Eigenes Öku-Tun darstellen

Das soll nicht bedeuten, dass man sein Nachhaltigkeits-Agieren nicht thematisieren sollte, zumal jetzt und in Zukunft Gäste Antworten auf Öko-Fragen erwarten.

 

Da es heute bereits eine enorme Vielzahl ausgereifter, nachhaltiger Lösungsansätze für die Seilbahnwirtschaft gibt, bringt für die Zukunft zahlreiche Anknüpfungspunkte, ökologisches Tun plakativ- positiv darzustellen.

 

Entsprechend bietet jeder Seilbahnbetrieb hervorhebbare Öko-Facetten, die im Zusammenhang mit nachhaltig-verantwortungsvollem Agieren für die Gäste nachvollziehbar kommuniziert werden können.

 

Nicht zu übersehen ist die Information bezüglich der Öko-Themen in Richtung Mitarbeiter, als nach außen wirkende Botschafter des Unternehmens.