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Fotos: GARAVENTA

Garaventa

Erste D-Line mit Glasdach

Die Saanersloch-Bahn ersetzt die alte Gondelbahn durch topmoderne D-Line-Bahnen von Doppelmayr/Garaventa.

 

Zusätzlich erhalten alle Stationen ein für urbane Lösungen entwickeltes Glasdach, das einerseits architektonischen und ästhetischen Ansprüchen genügt, den Betreibern andererseits Marketing-Möglichkeiten eröffnet.

 

In Saanenmöser, im Skigebiet der Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) ist eine Weltneuheit im Bau: Doppelmayr / Garave nta ersetzt derzeit die alte 6er- Gondelbahn zum Saanersloch durch die erste D-Line-Kabinenbahn der Schweiz.

 

Das neue Produkt enthält zahlreiche Neuentwicklungen und Patente mit mehreren Effekten: Nicht nur der Fahrgast, sondern auch das technische Personal und die Anwohner erhalten ein „First-Class“-Gefühl.

 

Denn bei der Entwicklung wurden der Fahrkomfort, der leise Betrieb, das Design und die zeitsparende Wartung großgeschrieben. Herzstück der Entwicklung ist die neue Seilbahnklemme D5000. Diese Schraubenfederklemme ist als Totpunktklemme konstruiert und garantiert durch den dreidimensional geformten Klemmenrücken mit deutlich geringeren Lärmemissionen einen optimalen Fahrkomfort sowie eine geschmeidige Durchfahrt bei Niederhalter- und Wechsellaststützen.

 

Die Leistungsdaten der neuen Klemme sind eindrücklich: Die Klemme ist für fünf Millionen Lastwechsel für urbane Lösungen konzipiert, stemmt Fahrzeuggewichte bis 1.800 Kilogramm und Seildurchmesser bis 64 Millimeter. Das Ganze wurde zudem bei der Konstruktion äußerst wartungsfreundlich angelegt.

Glasfassaden vielfältig einsetzbar

Auf einer Strecke von 2.858 Metern mit 16 Stützenbauwerken (die alte Bahn hatte 29 Stützen) befördern ab Dezember dieses Jahres 69 Kabinen mit bis zu 2.000 Personen pro Stunde und Fahrtrichtung. Der Standort der Bergstation wird um 60 Meter westwärts verschoben und als konventioneller Brückenantrieb ausgestattet. Der Ein- und Ausstiegsbereich wird in einem formschönen Gebäude witterungsgeschützt gestaltet.

 

Beim schräg abgestützten Massivbau ist die Handschrift des schlanken Stationsstehers vom Architekten übernommen worden. Spannend für den Betreiber: Die weltweit erstmals eingesetzte Glasabdeckung kann nachträglich mit einer LEDMedienfassade nachgerüstet werden, um Gästeinformationen via Fassade zu übermitteln.

 

Im oberen Bereich der zweiten Sektion werden die Rollenbatterien aufgrund der maximal gewünschten Verfügbarkeit mit dem fehlersicheren Seillageüberwachungssystem RPD (Rope Position Detection System) ausgestattet. Dieses mit einem Spurassistenten der Automobilbranche vergleichbare System ermöglicht der BDG, die Seillage bei starkem Wind sehr genau zu überwachen.

Die Mittelstation besteht aus einer Spannstation der zweiten Sektion, Antriebsstation der ersten Sektion und einer Sektionsverbindung. Die Herausforderung lag darin, die ganze Station auf der bestehenden Parzelle der BDG realisieren zu können. Die neue Mittelstation wird am gleichen Ort stehen wie die alte Mittelstation und erhält ebenfalls ein Glasdach.

Komfortabel und im Zeitplan

Die Talstation wird als Spannstation ausgeführt und erhält einen niveaugleichen Zugang von der Piste. Für Gäste, die vom Parkplatz oder mit dem ÖV vom Bahnhof anreisen, werden zwei Rolltreppen installiert, um einen komfortablen Zugang zu gewährleisten. Im Untergeschoss werden 700 Quadratmeter für Skirental und beheizte, mietbare Skischränke für die Gäste zur Verfügung stehen.

 

Ebenfalls im Untergeschoss werden die Kabinen beider Sektionen garagiert, welche über einen Schrägförderer ins Perrongeschoss transportiert werden können. Das Projekt befindet sich sehr gut im Fahrplan, so dass die Weltneuheit ab Anfang Dezember für die Gäste der BDG fertiggestellt ist. So kann die Saanersloch- Bahn ihre Fahrgäste pünktlich zum Start der Skisaison mit 22cm breiteren Kabinen und Komfortkissen aus Kunstleder begrüssen – für den Fahrkomfort ist also auch gesorgt.

 

Die mit silbernem Faden abgenähten Sitzpolster sind auf der Rückenlehne mit dem Saanersloch- Logo bestickt. Damit der Himmel für die Gäste der BDG immer blau ist, sind die Scheiben in leicht blauer Tönung gefertigt, passend zur Glasfarbe der Stationsabdeckungen.

Meilensteine und technische Daten des Projektes

Der Montagebeginn der Bergstation erfolgte im Juni 2018. In einer aufgrund der Witterungsbedingungen spektakulären Aktion montierten die Garave nta - Monteure zusammen mit Heliswiss Anfang August die Masten in fünf Stunden. Die Mittelstation wurde Anfang, die Talstation am 20. August in Angriff genommen. Nach den Seilzügen in den Kalenderwochen 38-40 erfolgt eine Woche später die Anlieferung der Kabinen. Der Start der Inbetriebsetzung ist auf Mitte Oktober geplant, die Abnahme durch das BAV Ende November und die Inbetriebnahme auf Anfang Dezember 2018.

Technische Daten

10-EUB JENNERBAHN SEKTION 1