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Björn Zern (Schweizeraktien.net) sprach auf dem Podium mit Samih Sawiris, Präsident der Orascom Development Holding AG.

Branchentalk Tourismus: Erfolg mit der großen Keule

Am Branchentalk Tourismus in Andermatt haben Promotoren eindrücklich gezeigt, dass auch in der Schweiz mit visionärem Tun und stetigen Innovationen Erfolge möglich sind.

Ganz unschweizerisch klotzen statt kleckern. In den Schweizer Alpen sind derzeit ungewöhnlich viele touristische Großprojekte im Entstehen begriffen.

 

Eigentliche Leuchtturmprojekte wie das V-Bahnprojekt der Jungfraubahnen, die neue Bergstation mit Turm auf dem Titlis oder die Neuentwicklung der Destination Andermatt.

 

Auch in den kommenden Jahren planen Tourismus-Unternehmen, Milliardensummen in ihre Infrastruktur zu investieren. Doch was braucht es, damit das Geld nicht einfach zum Fenster hinausgeworfen wird und die entsprechenden Projekte am Ende des Tages auch eine Rendite abwerfen?

 

Am Branchentalk Tourismus in Andermatt haben verschiedene Promotoren eindrücklich gezeigt, dass auch in der Schweiz mit visionärem Tun und stetigen Innovationen Erfolge möglich sind.

SI Herausgeber Gerald Pichlmair traf auf Stefan Büeler, Leiter Abteilung Wirtschaft & Tourismus der Volkswirtschaftsdirektion Uri.

Eindrücklich etwa das Beispiel der Ferienregion Andermatt.

 

Nach der Fertigstellung wichtiger Etappen wie der Skiarena mit der Zusammenlegung der Skigebiete von Andermatt und Sedrun, des Hotels Radisson Blu Reussen mit einer Konzerthalle für höchste Ansprüche, des Golfplatzes und mehreren Appartementhäusern sind die Dimensionen der Umgestaltung nun auch in Realität abschätzbar.

 

Im Endausbau werden in den 500 neuen Wohnungen 1.500 bis 2.000 Menschen im neuen Andermatt leben, mehr als im ursprünglichen Dorf. Die gesamte Investitionssumme dürfte sich auf 1.8 Milliarden Franken belaufen.

V.l.: René Koller (CEO Bergbahnen Sörenberg AG), Verena Sowa (Salesmanager Ski Ticketcorner AG) und Sepp Odermatt (Direktor SBS).

Chedi: 2020 keine roten Zahlen mehr

Dass auch gut gearbeitet wird, zeigt das Flaggsternhaus Chedi, das bereits eine ganze Reihe von Auszeichnungen eingeheimst hat, unter anderem vom Guide Michelin oder von Tripadvisor.

 

Der mutige Entscheid, dieses Berghotel das ganz Jahr offen zu halten, habe sich bezahlt gemacht. „Im nächsten Jahr werden wir in keinem einzigen Monat mehr rote Zahlen schreiben“, erklärte der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris, Verwaltungsratspräsident der Orascom Development Holding (ODHN), und Initiant des Projekts Andermatt.

 

Er wehrte sich dagegen, einfach als Milliardeninvestor bezeichnet zu werden, der das Projekt eigentlich im Alleingang gestemmt habe. Hätten nicht viele kleinere Investoren und die Behörden mitgezogen, hätte er das Risiko nicht eingehen können.

Urs Kessler (CEO Jungfraubahn Holding AG) referierte über das Projekt „V-Bahn“mit einem Investitionsvolumen von 140 Mio. Franken.

Jungfrauregion investiert 470 Mio. CHF

„Anders als die Region Andermatt ist die Jungfrauregion schon seit Jahrzehnten im Aufschwung. In den letzten 50 Jahren hat sich die Besucherzahl auf dem Jungfraujoch mehr als zweieinhalbfacht“, sagte Urs Kessler, CEO der Jungfraubahn stolz.

 

Auch 2018 und im laufenden Jahr kann das Berner Oberländer Unternehmen wiederum zweistellige Fortschritte bei den wichtigsten Kennziffern vorweisen.

 

Und dies alles noch lange vor der Betriebsaufnahme der neuen V-Bahn, für die das Unternehmen 470 Mio. Franken aufwenden wird.

 

Wichtig sind nach Kessler stetige Innovation, ein unablässiges Marketing und eine klare Markenführung.

Roland Wehrli (COO) und Marco Leu (CFO) waren für die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG vor Ort.

„In den sozialen Medien sind wir heute die Nummer 1 im Tourismus,“ unterstrich der Jungfraubahnchef. „Globalisierung heißt für uns, am Wirtschaftswachstum Asiens zu partizipieren."

 

Dafür sind auch bereits zahlreiche weitere Projekte angedacht.  Schon in diesem Herbst ist die Eröffnung eines Flagship Stores in Interlaken vorgesehen.

 

2025 sind verschiedene Ausbauvarianten am Jungfraujoch geplant, 2030 beispielsweise am Ostgrat das Haus als Uhrwerk und ein weiteres exklusives Gebäude.

Norbert Patt, CEO von Titlis Rotair, sprach über Touristische Großprojekte.

Stararchitekt auf dem Titlis

Norbert Patt, der CEO Titlis Bahnen, wagt im Zusammenhang mit dem ehrgeizigen Projekt Titlis 3020 einen Ausflug in die Philosophie: „Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern“.

 

Der Baubeginn der neuen Bergstation mit einem imposanten Turm ist für 2020 vorgesehen. Die Eröffnung des von den Stararchitekten Herzog und De Meuron gestalteten Projekts ist für Ende Dezember 2023 vorgesehen.

 

„Die größten Versäumnisse bei vielen Unternehmungen sind fehlende Investitionen in die Infrastruktur und dass das Geld nicht wirtschaftlich verwendet wird.“

Branchengespräche führten (v.l.): Dozent Philipp Lütolf (IFZ Zug), Reno Gurtner (VR Weisse Arena AG) und Norbert Patt (CEO Titlis Rotair).

Betroffene zu Beteiligten machen

Doch nicht alles funktioniert einfach so. Professor Philipp Lütolf von der Hochschule Luzern hat in einer Studie zahlreiche erfolgreiche Projekte ermittelt, wie die Cabrio-Bahn auf dem Stanserhorn, die zu einer markanten Ertragsverbesserung geführt habe.

 

„Zwei Drittel der Bergbahnunternehmen investieren aber mehr als sie verdienen“, mahnt Lütolf. Es lohne sich auch ein Blick über die Grenzen.

 

In Österreich sei offenbar Einiges besser angepackt worden. Während in der Schweiz die Anzahl der so genannten Skierdays in den letzten 15 Jahren um über 15 Prozent gesunken sei, habe sich diese Zahl im östlichen Nachbarland um zehn Prozent erhöht.

 

Der Rat des Professors bei allen Projekten: Man muss die Betroffen immer zu Beteiligten machen.

Bergbahn-CEOs unter sich: Reto Gamper (Bergbahnen Rinerhorn AG) und Thomas Küng (Brunni-Bahnen Engelberg AG). Fotos: Schweizeraktien.net

Urs Kessler (CEO Jungfraubahn Holding AG) (links) und Marcel Waldis (CFO Rigi Bahnen).

Das GARAVENTA-Verkaufsteam: Marcel Niederhauser (links) und Ueli Sutter.