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Berg- und Talstation der neuen Falginjochbahn sind aufgrund der Höhe und der mangelnden Transportwege eine echte Herausforderung. Visualisierung: ©Baumschlager Hutter Partners, Dornbirn

Pichler Stahlbau & Fassaden

Eindrucksvoll am Falginjoch

Dünne Luft, mangelnde Transportwege und keine Elektrizität – die Bauarbeiten am Falginjoch auf über 3.000 Meter sind nichts für Anfänger.

 

Über den Sommer hat sich viel am Kaunertaler Gletscher getan. Bisher konnten Anfänger und Fortgeschrittene mit den beiden Schleppliften Weißseeferner I und II zu den blauen Pisten gelangen doch bereits ab dem Herbst 2019 soll diese Aufgabe von der ersten 100er Funifor in Österreich übernommen werden. Mit dem Bau der Anlage reagiert man auf die laut einem glaziologischen (Wiss. Ausformungen von Eis und Schnee) und geologischen Gutachten zu erwartenden Veränderungen des Geländes.

 

Aus diesem Grund wurden die beiden Schlepplifte auch von einer neuen Funifor Seilbahn abgelöst. Dieser Bahntyp benötigt lediglich zwei Stützen um das 2.000 Meter lange Spannfeld zwischen der Tal- und Bergstation zu überwinden. Nicht nur bei der Anlage wollte man einen möglichst geringen baulichen Abdruck hinterlassen, sondern auch bei den Stationen war dies ein wichtiger Faktor.

 

Die Entwurfsverfasser Baumschlager Hutter Partners aus Dornbirn konzipierten die beiden Gebäude aus diesem Grund so, dass so wenig Fläche wie möglich in Anspruch genommen und trotzdem genug Platz für besondie nötige Technik geboten wird.

 

Durch ihre Kompetenz im Stahl-Glas Bau konnte gerade bei der Bergstation eine moderne Glasoptik verbaut werden. Die großen Glaselemente sorgen zusätzlich für einen optimalen Blick auf die umliegende Gebirgslandschaft.

Michael Istenich

Technischer Verkäufer bei PICHLER

„Wir stellen uns gerne einer Herausforderung. Da wir keine 08/15-Lösungen bieten, wünschen wir uns auch keine Projekte dieser Art. Denn erst wenn es herausforderd wird, wird es für uns auch wirklich spannend und es zeigt sich dann auch klar die Erfahrung von PICHLER in diesen Bereichen.

 

Über das Projekt am Kaunertaler Gletscher haben wir uns deshalb auch sehr gefreut. Dank der guten Wetterbedingungen bisher und der ausgedehnten Planungsphase liegen wir genau im Zeitplan. Wir sind positiv eingestellt das durch die gute Zusammenarbeit mit den Seilbahnfirmen und den Bauherren alles gut über die Bühne gehen wird.“

Die architektonische Bauweise des Stationsgebäudes schränkt nie den Blick auf das umliegende Bergmassiv ein. Fotos: PICHLER Visualisierung: ©Baumschlager Hutter Partners, Dornbirn,

Montage auf 3.000 Meter

Eine besondere Herausforderung für die Monteure von PICHLER besteht bei diesem Projekt in der Höhenlage und in der Infrastruktur vor Ort. So führt kein Weg zur geplanten Bergstation, was gerade den Transport der benötigten Stahl- und Glaselemente schwierig gestaltet.

 

Hier macht sich die gute Zusammenarbeit zwischen den Kaunertaler Gletscherbahnen Gmbh als Bauherren und den Fassadenexperten bemerkbar, denn die einzige Möglichkeit für die Anlieferung besteht darin, alle Baumaterialien mit den Pistengeräten der Bergbahnen auf 3.100 Meter zu befördern.

 

Dabei muss besonders auf das Gewicht der Einzelteile und ihre Abmessungen geachtet werden. Damit diese Transportlösung erfolgversprechend genutzt werden kann, war viel Planungs- und Berechnungsarbeit im Voraus nötig. Ein Fehler in der Kalkulation würde nicht nur zusätzliche Kosten verursachen, sondern im schlimmsten Fall auch den Zeitplan gefährden.

 

Trotz vermeidlich kleinem Querschnitt besteht die Bergstation aus einer 150 Quadratmeter Glasfassade. Bei der Talstation sind es sogar 650 Quadratmeter. Da die Bauarbeiten der Stationen erst für Anfang September geplant waren, verkleinerte sich das Zeitfenster.

 

 

Da sich bereits die Talstation auf über 2.700 Metern befindet und die Bergstation weitere 400 Höhenmeter darüber liegt kann es schon im Herbst zu ersten Wintereinbrüchen kommen. Kurz vor Beginn der Bauarbeiten am Berg kündigte sich dieser bereits mit dreißig Zentimeter Neuschnee an.

 

Ein weiteres Erschwernis bei dieser Baustelle liegt in der nicht vorhandenen Elektrizität. Generatoren und ein kleiner Baukran mussten vor Beginn der Montagearbeiten auf den Gletscher gebracht werden. Die kalten Temperaturen und die dünne Luft erschweren die Arbeiten an der Bergstation noch zusätzlich.

Technik live bestaunen

Die ganze Bahn wurde als Schau-Seilbahn konzipiert. Bei der Planung wurde aus diesem Grund auf eine schlichte und hochwertige Architektur Wert gelegt. Die Glaselemente spielen somit auch im Gebäude eine zentrale Rolle da so ein guter Einblick von der dahinterliegenden Seilbahntechnik vermittelt werden kann.

 

Das Design der Stationsgebäude wurde perfekt an die Anlage sowie an die umliegende Landschaft angepasst und ergibt so ein angenehmes und harmonisches Gesamtbild. 190 Tonnen Stahl wurden benötigt, um die Stationsgebäude der neuen 100er Funifor Seilbahn den gewünschten modernen Look zu verpassen.

 

Die insgesamt 800 Quadratmeter Glasfassade sorgten für ein angenehmes und helles Ambiente und spiegelt die Kompetenzen der Firma PICHLER im Stahl-Glas Bau deutlich wider. Bei den Fassaden handelt es sich um sogenannte Vorhangfassaden.

 

Ein großer Vorteil dieses Typs ist die Vielfalt der Verkleidungen, unabhängig von den Gebäudearten und Größen. Gerade im Alpinbereich setzt PICHLER gerne auf Vorhangfassaden, denn dadurch ist der gestalterische Freiraum fast grenzenlos.

Barrierefrei aufs Falginjoch

Der Kaunertaler Gletscher präsentiert sich seit jeher als Skigebiet für alle und bietet auch ein abwechslungsreiches Angebot für Anfänger und Monoskifahrer. Aus diesem Grund wurde ein eigener Zugang für Menschen mit Handicap in den beiden Stationen geplant. So wurde am Kaunertaler Gletscher ein einmaliges Erlebnis für jeden geschaffen. tm