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Sebastian Schwaiger, Marketingleiter Bergbahnen Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Isabella Dschulnigg-Geissler, Geschäftsführerin Saalbacher Bergbahnen und Markus Scheiber, Creativ Director bei motasdesign (v.l.) stellten in Salzburg das neue Verkehrskonzept für die Piste vor.

Ein Verkehrskonzept für die Piste: Der Skicircus Saalbach entwickelt EU-weit einzigartiges Pistenleitsystem

Der Skicircus Saalbach entwickelt EU-weit einzigartiges Pistenleitsystem

Das neue Pistenleitsystem soll ein komfortables & sicheres Navigieren auf der Piste erleichtern.

 

Mit 270 Abfahrtskilometern zählt der SKICIRCUS zu den größten Skigebieten im alpinen Raum. Aus diesem Grund hat man vor drei Jahren auch begonnen eine neue Pistenbeschilderung zu entwickeln.

 

Gemeinsam mit der Beratungs- und Gestaltungsagentur motasdesign hat man ein durchdachtes und auf das Wesentliche konzentriertes Pistenleitsystem entwickelt. Es werden zwar digitale Erweiterungen wie die AlpinCard navigator App angeboten, doch zur leichteren Nutzung soll der Fokus beim Skifahren weiterhin analog bleiben.

 

 

Die Spezialisten von motasdesign, die für die Entwicklung verantwortlich waren, haben die Pisten wie Verkehrsstraßen betrachtet. Grafiken: Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

Schnelleres Material und härtere Pisten sorgen für immer höhere Spitzengeschwindigkeiten beim Skisport. Ein Skifahrer schafft es zum Beispiel auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 45km/h ein geübter Fahrer sogar auf bis zu 90 km/h.

 

Die bisherige Beschilderung war aber nicht auf solche Fahrgeschwindigkeiten eingestellt. Beim neuen Pistenleitsystem im SKICIRCUS hat man besonders auf die einfache Lesbarkeit geachtet. So soll es wie beim Autofahren möglich sein beim Vorbeifahren die Beschilderung zu lesen und zwar auch bei Spitzengeschwindigkeiten.

 

Dazu wurden die abgebildeten Piktogramme vereinfacht und auch der Informationsgehalt der angebrachten Schilder wurde auf das Wesentliche reduziert.

Zur einfachen Orientierung für fremdsprachige Gäste hat man im neuen Leitsystem Saalbach, Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn in alphanumerische Zonen eingeteilt.

 

 

„Durch Skigebietszusammenlegungen und diverse Erweiterungen ist über die Jahre ein Stückwerk an Orientierungselementen entstanden. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, das Pistenleitsystem neu zu denken und komplett neu aufzubauen. Während Ortskundige sich nach wie vor an den bekannten Namen orientieren können, erleichtert Gästen die Einteilung in alphanumerische Zonen die Orientierung“, so Sebastian Schwaiger, Projektleiter für das neue Pistenleitsystem.

 

Die für viele Besucher schwer auszusprechende Schattbergbahn wird im Neuen System zu A1, Zone A, Bahn 1. Da dieses Buchstaben Zahlen System bereits seit langem auf Flughäfen eingesetzt wird, wird es für alle Besucher leichter sich im großen Skigebiet zu orientieren. Alleine aus Nostalgiegründen möchte man aber auch auf die altbewerten Namen nicht verzichten.

Blau ist nicht gleich blau

Durch die „Tabula rasa“ Herangehensweise hat man auch das ganze Farbkonzept neu betrachtet. Die derzeit eingesetzten Farben, welche die Schwierigkeitsgrade der Piste kennzeichnen, wurden unter verschiedensten Skibrillengläsern auf Kontrast und Sichtbarkeit überprüft.

 

Dabei wurden sowohl die Rot- als auch die eingesetzten Blautöne angepasst. Unterstützt werden die neuen Farben durch geometrische Formen, die ebenfalls auf die Schwierigkeit der Piste hinweisen (siehe Titelbild). Das neue Pistenleitsystem vom Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn wurde bereits im letzten Jahr getestet und sehr gut von den Besuchern angenommen.

 

Das dass System von anderen Regionen kopiert werden könnte fürchtet man im SKICIRCUS nicht, ganz im Gegenteil. „Wir mögen das Open Source System“, sagt Isabella Dschulnigg- Geissler, Geschäftsführerin der Saalbacher Bergbahnen lachend, „Wir fänden es schade, wenn andere das nicht nutzen könnten.

 

Es kann gerne auch Europaweit eingesetzt werden. Von unserer Seite wird es sicher keine Einwände geben.“ Die genauen Kosten für das neue System liegen noch nicht vor, befinden sich aber im sechsstelligen Bereich. Foto: SI/Mair